Kinderessen war bei uns nie ein Problem. Aber seitdem mein Sohn in die Grundschule geht, geben die anderen Kinder ihre Meinung darüber was er gern isst…. und es wird nicht mehr so einfach wie früher.

Ist ja klar, wenn er erzählt, dass er Muscheln oder Hummer gern isst, müssen die andere lachen oder komische Kommentare äußern. Jetzt muss ich etwas kreativer sein als vorher. Die Speisen müssen bunt und appetitlich aussehen.

Sobald es mit „kleinen Zwiebeln“ und etwas Weißwein zubereitet ist, ist alles gut. Der Spruch „aux petits oignons“ wird also nicht umsonst verwendet. Es bedeutet so etwas wie „gut gepflegt“… “ wie bei Mama…“.

Aber Zwiebeln und Weisswein passen nicht zu allen Speisen und da muss man schon Fantasie haben. Wie viele Kinder in Frankreich, mag mein Mann Harchis parmentier. Bei uns gibt es nicht nur die klassische Variante, sondern viele Variationen wie hier mit Süsskartoffeln oder hier mit Confit de Canard (Enten-Confit).

Für meinen Sohn habe ich es heute mit viel Gemüse (die er normalerweise einfach so isst, aber nicht mehr so seit einiger Zeit) gebacken.

Jede Schicht Gemüse hatte ihr eigene „Plus“: Sesam mit dem Brokkoli, Kümmel mit den Möhren… .


Alles ist eine Frage der Farbe, Präsentation und auch (sehr wichtig ) des Geschmacks. Wenn es super schön aussieht aber nicht seinen Geschmack trifft, dann ist er sauer und möchte nichts mehr essen. Wenn der kleine Herr sich schon die Mühe gibt, meine (stundenlang zubereitete) Mahlzeit zu probieren, muss es sich schon lohnen ! Rrrrrrrrrr.

Enfin bon, Übung macht den Meister und ich habe diese letzte Woche viel überlegt und rumexperimentiert. Und diese ist eine der besten Erfahrungen bis jetzt. Mein Sohn fand es sehr schön und ansprechend und hatte sich ausreden lassen es auszuprobieren. Und er war ganz überrascht (na, echt!) dass es geschmeckt hat! Ich bin mir nicht so ganz sicher, wie ich es nehmen sollte, aber immerhin hat er seinen ganzen Teller aufgegessen, ohne zu merken. 🙂

Mein Plan (weil ja, ich habe eine kleine Strategie entwickelt) ist, ihm bei der Zubereitung einzubinden.

Ich lasse ihn auch alles, und damit meine ich (fast) ALLES probieren (außer rohe Eier, oder Fleisch und Fisch). So schlimm ist es auch nicht, wenn er 2-3 Scheiben rohe Kartoffeln, ungeschälte Möhren… und noch  gefrorenen Brokkoli isst. Hauptsache er erkennt alles, hat Lust auszuprobieren…nach meiner Erfahrung ist er weniger „bockig“ danach beim Essen.

Was auch wichtig ist: Kinder essen nicht das Gleiche mit 2-3 Jahre als mit 7-8 Jahre.  Also auch, wenn er Hachis parmentier mit Püree isst, sollte es nicht unbedingt „Brei“ heißen.  Wenn es alles nur ganz dünn wie Brei ist, sagt mein Kleiner: “ j’suis plus un bébé!“ ( „‚bin kein Baby mehr!“) . Also bereite ich das Püree mit etwas Biss, also kleine Stückchen drin. So hat mein „Grand Garcon“ etwas zu kauen… 😉

 

 

Jetzt kommt endlich das Rezept.

 

Zutaten für 3-4 Personen

450-500 g Rinder-Hackfleisch, 2 Schalotten, 150 g Champignons

500 g Kartoffeln, 30 g Butter, Milch (genau wie viel, kommt auf die Kartoffeln an, bei mir waren es 120 ml aber einfach die Milch geben bis es cremig wird), Salz , pfeffer, Muskatnuss

350-400 g Möhren, 10 g Butter, 1/2 TL Kümmel, Salz und Pfeffer

300-350 tiefgekühlte Brokkoli, 10 g Butter, 2 EL Sesam, Salz und Pfeffer

30g Greyzer Käse pro Personen (pro Glas) , aber wenn Ihr nur eine große Auflaufform macht, braucht Ihr mehr: 150-200 g

 

1- Das Fleisch:

In einer heißen Pfanne die klein geschnittenen Schalotten mit dem Fleisch scharf anbraten.

 

wenn es fast gut ist kommen die klein geschnittenen Champignons auch mit in die Pfanne. Das Ganze reichlig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ungefähr so:

 

2- Kartoffelpüree:

Die Kartoffeln vorkochen, schälen und dann mit einem Gabel zerdrücken,

und mit ein bisschen Butter und warmer Milch cremig rühren….

Am Ende nur noch mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

 

3- Das Möhren Püree:

Die Möhren schälen, in kleinen Stückchen schneiden und 5 Minuten im Salzwasser blanchieren. Dann in einen Mixer geben und kurz zusammen mit der Butter und dem Kümmel pürieren.

Wenn nötig, noch ein kleiner Kleks Butter eingeben.

 

4- Das Brokkoli Püree:

 

Den Brokkoli auftauen. Die Brokkoli „Blümen“ von den Stange abschneiden …

 

 

….und nur die Stangen pürieren. Die „Blumen“ noch etwas kleiner schneiden und zu dem Püree geben. 

 

 

Den Sesam in einer Pfanne „trocken“ (also ohne Öl oder Butter) kurz rösten. Achtung es ist ein bisschen wie Popcorn, es fliegt in allen Richtungen! 😉

 

Den Sesam und ein bisschen Butter zu dem Püree geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

 

5- Basteln:

 

In großen Weck- oder Le Parfait Gläser (500 ml) die verschiedenen Füllungen aufschichten.

Ich habe 2 Varianten gemacht, mal mit Brokkoli unten, mal mit Möhren. Jetzt einfach nur die Fotos anschauen:

Als Letzte habe ich den Käse direkt oben gerieben und das Ganz in den Backofen 15 Minuten gestellt, um alles wieder richtig warm zu bekommen und den Käse zu gratinieren.

Also 15 Minuten bei 190°C Umluft.

 

Hoooooo que c’est bon! Vraiment trop bon!

       

 

Mit meinem Sohn haben wir uns ein Glas geteilt, aber mein Mann hat direkt in einem großen Glas gegessen. Eigentlich gab es noch einen kleinen Salat dazu … man hat nie genug Gemüse!

 

An sich ein geniales Rezept für meinen Sohn, der wieder richtig Lust auf Essen hatte. Mal sehen, ob es beim nächsten Mal auch wieder so gut klappt. Lustig ist aber, dass wir eine extra Portion Möhren für das Rezept gebraucht haben, da er die Hälfte beim Zubereiten vernascht hatte!

Bisous und ganze liebe Grüße an alle Eltern, die eine Alternative zu Nudeln mit Tomatensauce suchen 🙂