Warum muss es immer Rund sein? Heute gibt es bei mir einen quadratischen Poirat.

Was ist das denn? Es ist weder eine Tarte, noch eine Quiche, noch ein Tourte….

Es ist eine Spezialität aus dem Berry (wo meine Maman herkommt). Dort wurde diese baüerliche Speise mit nicht zu süßen Birnen und reichlich Pfeffer zubereitet. Der Teig war damals eine Mischung aus Mehl und Schweineschmalz. Für mich wurde es einfach Mehl und Butter, ein bisschen wie in meinem Terrinen-Teig.

Die Füllung ist nicht wie üblich mit einem “Liant” (Bindung) mit Creme und Ei gemacht, sondern es kommen die Birnen einfach so rein. Die Füllung ist nichts mehr als Birne mit Pfeffer und ein kleiner Schuss Williams Schnapps! 😉

Der Trick dieses Rezepts ist, dass man die nicht zu reifen Birnen lange im Schnapps (oder Likör) mit reichlich (aber echt viiiiiiiel Pfeffer) baden lässt. Dann habe ich den Saft weggenommen und die marinierten Birnen in meinen Poirat getan.

Ich muss aber zugestehen, dass ich dieses Mal das Rezept wie in dem Berry gemacht habe… also ohne “blind-backen”. Und Jaaaa, “mea culpa! ” es war ein bisschen matschig in der Mitte. Nicht so viel wie bei einer Quiche, weil die Füllung nicht so flüssig war…. aber trotzdem nicht so fest. Also am Besten wäre es, wenn man den Poirat direkt auf einem heißen Stein oder im Holzofen backen würde. So wird es auch von unten schön knusprig. Ich habe meinen Poirat auch etwas länger (10 Minuten) gebacken, so dass es fester wurde.

Der Poirat ist ein vegetarisches Essen, aber ich genieße es sehr sehr gern mit einem guten Schinken (leider keinen französischer, sondern ein italienischer! ;- ) ). Mit ein bisschen Roquefort oder Brie ist es auch lecker!

 

 

Zutaten für 1 Poirat (4-5 Personen) :

 

3-4 dicke Birnen (nicht zu süß oder zu reif), 2-3 EL Schnapps (Williams) oder Cognac, 1 guter TL ( 8 g ) frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, 1 gute Prise Salz.

Teig: 250 g Mehl, 125 g Butter, etwas kaltes Wasser, 1 TL Salz

 

1- Die Birnen schälen und in Stückchen schneiden.

 

 

 

… In eine Schüssel geben mit dem Schnapps, dem Pfeffer, etwas Salz … umrühren und ruhen lassen. Ich rühren die Schüssel jede 5 Minuten, 30 Minuten lang.

Wenn man dafür kein Lust hat, einfach das Ganze in einer verschliessbaren Plastikdose tun und in dem Kühlschrank ziehen lassen. Man kann sie eine Nacht drin lassen oder nur am Vormittag. Es ist  euch überlassen.

 

 

2- Den Teig zubereiten: Die kalte Butter in kleinen Stückchen schneiden und zu dem Mehl mit dem Salz geben. Ich habe es in meinem Kitchen Aid getan und mit dem K gerüht. Dazu kommen ungefähr 4 EL kaltes Wasser rein… aber eigenltich so viel, wie der Teig dann braucht, um weich zu werden.

Den Teig halbieren. Eine Hälfte ausrollen und damit eine Eckige Form ( Tarteform) bedecken. Die Birnen aus deren Saft rausnehmen (ja, sie geben viel Saft raus ….) und auf den Teig geben.

 

 

Die andere Hälfte des Teigs ausrollen, als Deckel auf das Obst platzieren….

 

 

… dann kleine Löcher in den Teig machen (so dass Wasser und Dampf rauskommen können) ….Die Seiten zusammen verschliessen…

 

 

 

und mit dem restlichen Teig ein bisschen dekorieren.

 

 

3- Jetzt “ab” in den Backofen bei 180°C Umluft für 45 -50 Minuten.

 

Und so sah es auch in der Mitte aus … schön aromatisch und pfeffrig!

 

 

Eigentlich ganz Überrascht, dass es gar nicht wie eine Tarte geschmeckt hat, und dass man wirklich Lust auf ein bisschen Käse oder Schinken dazu hatte.

 

Es ist ein Klassiker bei uns, wenn wir nicht mehr so viel haben, und beim nächsten Mal werde ich es auch direkt mit kleinen Stückchen Käse verfeinern.

Gros Bisous et à bientôt