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Das muss ich euch mal erzählen: meine Nacht mit Maurice! Also es war sehr süß, lustig, aufregend manchmal auch total hektisch….es wurde viel gestreichelt, massiert … sogar mit Öl! Wir haben uns Zeit genommen und lange beobachtet. Nach rund 2 unseren Beziehungen gab es auch eine kleine Ruhezeit und am Ende wurde es noch total scharf und heiß.

Hoooooo, was für eine Nacht! Bon, jeder von euch ja schon verstand, dass ich von Maurice, meinem Sauerteig spreche. Oder ??? 😉 Warum Maurice, na ja, es ist doch ein kleiner Franzose, mein Levain!

Und Jaaa, wenn Ihr euch sagt „Man die hat einen Knall, Sie gibt ihren Sauerteig einen Vorname“. Dann sage ich Ja, so dass ich mich mit ihm unterhalten kann, und auch schimpfen kann. Weil, wenn ich mehr als 3 Mal meinen ganzen Arbeitsplatz putzen muss, weil er sich „wieder“ überall breitgemacht hat, finde ich, dass ich mir das Recht verdient habe, ihm einen Vornamen zu geben.

Ich mag es sehr gern, mich mit ihm zu unterhalten. Er wird jeden Tag gefüttert und sogar mein Sohn weiß inzwischen, wie er reagiert und was er mag. Er (mein Sohn) ist voll in der „Experiment“ Phase und er hat seinen kleinen Spaß mit Ihm (Maurice). Mein Sohn schimpft auch mit ihm und findet das „er von der Dose stinkt!“ (il pu du pot!!! ). Was auch ja wahr ist, sein Geruch ist nicht sehr delikat!

AAAaber sein Brot schmeckt dafür hervorragend! Ich bin auch noch selber in der Experimentierphase und probiere immer wieder etwas neues. Ich habe jetzt ein deutsches Brotergebnis erreicht, und es ist perfekt zum Schmieren. Ich will aber weiter arbeiten, bis ich ein sehr luftiges Brot bekomme mit gaaanz viel Löcher ! Wie in Frankreich. Aber das ist ein Thema für einen nächsten Beitrag.

Heute wollte ich nur ein bisschen über Maurice und mein schönes Wochenbrot (weil er eine ganze Woche lang nicht hart wurde!!!) 🙂

Ich habe versucht, das Rezept wieder zu geben, aber ihr müßt wissen, dass Maurice mit der Zeit immer besser schmeckt. Das erste Brot, das wir zusammen zubereiten haben, war gut aber nicht sooo gut wie das, das schon nach 2 Wochen danach gezaubert wurde. Ja es ist echt Zauberei, was Roggenmehl, Wasser und ein bisschen Honig so kreieren können.

 

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Zutaten für 1 Brot:

Auf die Fotos ist Maurice schon 2 Wochen alt. Aber es muss immer einen Anfang geben!

Sauerteig: Ihr braucht Roggenmehl, Wasser, Honig , Weizenmehl T 65 oder 550, 1 g frische Hefe (1 Ecke eines Würfels)

1. Tag: 100 g Roggenmehl + 100 g Wasser (ich habe Volvic genommen, weil es kein Leitungswasser sein sollte) zusammen mit 1 g Hefe in einem großen Glas (siehe Foto) mischen und ruhen lassen.

2. Tag: zu dem „Levain“ (Sauerteig) kommen jetzt 1 TL Honig, 75 g Roggenmehl und 75 ml Wasser. Zum Ruhen platziere ich immer den Deckel schräg obendrauf, so dass noch Luft in das Glass kommen kann.

3. Tag: 75 g Roggenmehl und 75 ml Wasser dazu geben und rühren.

4. Tag: Maurice ist einsatztbereit. Jetzt für das Brot Rezept nur noch 1 TL Honig , 80-90 g Weizenmehl und etwas Wasser eingeben, bis die Konsistenz cremig wird.


Tipp
:

Ich lasse immer meinen Sauerteig in einer warmen Ecke in der Küche ruhen. (am Besten auf dem Küchenschrank). Achtung: Es kann sein, dass euer Sauerteig hier sich sehr sehr breit macht.

 

Wie lagere ich meinen Sauerteig?

Mein Maurice ist zwischen den Backphasen immer im Kühlschrank. Ich nehme Ihn früh dann raus und füttere ihn und dann bleibt er den ganzen Tag bei Zimmertemperatur und entwickelt sich.

 

 

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BROT BACKEN:

500 g Weizen Mehl (T 65 oder 550), 270- 280 g Wasser, 10 g Salz  und 125-130 g  Sauerteig

Also hier habe ich meinen Maurice aus den Kühlschrank genommen. Er wird „rafraîchi“, wieder frisch oder wach gemacht! 😉

 

1- Er bekommt also 1 TL Honig, 80-90 g Weizenmehl und etwas Wasser bis es schön cremig ist ….. (Siehe 4. Tag oben und Foto)

 

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Jetzt sollte Maurice seinen Schönheitschlaf den ganzen Tag genießen und sich entwickeln.

 

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2- Am Abend beirete ich den Brotteig vor.

Ich knete erstmal 500 g  Mehl ( T65 oder 550), 10 g Salz und 260 g Wasser zusammen bis es eine feste Kugel form. Diese muss jetzt eine Stunde unter ein feuchtes Tuch ruhen.

 

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Dann kommen ungefähr 125 g Sauerteig mit in die Schüssel und es wird jetzt sooo lange geknetet bis sich Sauerteig und Vorteig gut gebunden haben. Es dauert, also Geduld.

Dann sollte der Teig 1 bis 1h 30 Stunde in einem warmen ort (bedeckt mit einem feuchten Tuch) gehen.

 

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3- Jetzt kommt der Pointage.

Der Teig wird zusammen gefaltet. Also man sollte ihn breit machen und alle Ecken in die Mitte zusammen falten. Dann den Teig umdrehen und wieder in die Schussel platzieren, um noch 1 Stunde gehen zu können.

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4-  Noch einmal zusammen falten ….

 

Ich bearbeite den Teig immer mit Mehl, um ihn zu falten. Ich finde aber, dass es den Teig sehr viel trockener lässt.  Im Gespräch mit einem Französischen Bäcker habe ich erfahren, dass man den Teig auch mit ein bisschen Öl bearbeiten kann. Und so bleibt der Teig nicht an die Finger oder am Arbeistplatzt kleben.

Also ich habe meinen Arbeitsplatz und meine Finger leicht geölt und so weiter ging’s weiter:

 

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Wie vorher die vier Ecken nach innen zusammen falten ….

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Am Ende nur noch umdrehen. Ich habe hier direkt das Brot auf ein mit Backpapier belegtes Backblech platziert, mit einem feuchten Tuch bedeckt und für 1 Stunde gehen lassen.

Wenn es gut aufgegangen ist, bestauben ich ihm mit etwas Mehl und schneide ihm mit einem sehr scharfen Bäckermesser an. Dann habe ich den Backofen vorgeheitzt und das Brot noch kleine 10 bis 15 Minuten gehen lassen.

 

5- Backen:

Also hier habe ich auch ein bisschen rum experimentiert, und mein beste Ergebnis wurde durch folgende Anweisungen erziehlt: Ich habe ja keinen Steinofen und keinen super equisiten teueren Backofen also ich musste lange rum testen und ausprobieren. Zu Hause müsst Ihr auch mal schauen, welche Temperature euer Backofen erreichen kann.


4 Schritte zum perfektem Brot mit einer schönen Kruste:

  • Den Backofen auf 250°C oben/unten vorheizen (oder das Maximum des Backofens), und dabei ein tiefes Backblech auf die untersten Position platzieren.
  • Wenn er warm ist und euer Brot schön aufgegangen ist, ungefähr 800 ml Wasser in das tiefe Blech eingeben und das Brot Backblech reinschieben. (es sollte so einen Dampfeffekt auf das Brot haben)
  • Das Brot 10 Minuten so backen und dann das mit Wasser befüllte Backblech heraus nehmen.
  • Jetzt das Brot noch 25-30 Minuten bei 190 ° Backen.


Achtung : Ihr müsst sehr vorsichtig sein, beim Eingießen des Wassers und beim Herausnehmen des Backblechs !!!

 

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Abracadabra …. zim zala bim…… et voilà , mein perfektes Sauerteigbrot!

Er hat sehr gut geschmeckt und wir waren echt beeindruckt, dass es sich die ganze Woche durch frisch gehalten hat!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Maurice für die schöne Momente und freue mich sehr, mit ihm noch leckere Brote backen zu dürfen.

🙂

Euch viel Spaß mit eurem Sauerteig und ich bin gespannt welchen Name ihr für euren „Levain“ aussuchen werdet.

BISOUS