Letzte Woche gab es das „Baskische Kuchenfest“ in Espelette im Baskenland! Passend dazu werde ich nächste Woche dieses Rezept live im Fernsehen beim MDR backen.
Wer schon im Baskenland im Urlaub war, hat diesen Kuchen bestimmt schon in den Bäckereien oder auf dem Wochenmarkt gesehen. Dort wird er nicht als kleines Stückchen verkauft, sondern ganz, halb oder geviertelt. Kleine Stücke gibt es bei diesem Kuchen eigentlich nicht. 🙂
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Es ist ein traditionelles Rezept, aber auch im Baskenland gibt es zwei Varianten davon: eine klassische mit Vanillecreme in der Mitte, also eigentlich eine Vanille Crème pâtissière (Rezept hier).
Und die zweite Variante ist eine fruchtige Variante, die mir persönlich am besten gefällt: der Gâteau Basque mit Schwarzkirschkonfitüre.
Warum Schwarzkirschkonfitüre? Weil das Baskenland in Frankreich sehr bekannt für seine Schwarzkirschen ist, besonders rund um Itxassou. Dort gibt es wunderschöne Orte, an denen man spazieren oder wandern gehen kann, und die Schwarzkirschen gehören einfach zu dieser Region.

Scharfe Seele
Das baskische Kuchenfest findet in Espelette statt, Anfang Oktober. Espelette ist ein kleines Dorf in Frankreich, das sehr bekannt ist für seinen Chili: den Piment d’Espelette.
Es war für mich also selbstverständlich, dass ich eine kleine Prise Piment in meine Schwarzkirschkonfitüre gebe, um sie ein bisschen zu verfeinern.
Schärfe ist natürlich auch Geschmackssache. Ich habe hier in meine Konfitüre noch 2 Teelöffel Piment d’Espelette gegeben. Falls ihr es noch schärfer mögt, gebt einfach mehr rein. Ihr werdet schon merken, was euch schmeckt. Probiert eure Konfitüre am besten vorher, wenn ihr sie mit Piment abgeschmeckt habt. Dann könnt ihr besser entscheiden, ob noch mehr rein soll oder nicht.
Noch ein letzter Tipp zum Piment: Anstatt den Piment direkt in die Konfitüre zu geben, könnt ihr ihn auch am Ende auf den Kuchen pinseln. Dafür ganz einfach 2 Esslöffel Milch nehmen, darin 1/2 Teelöffel Piment d’Espelette auflösen und damit eure Kuchen „Scharf“ pinseln.

Backen oder basteln?
Der baskische Kuchen ist nicht einfach ein Rührkuchen, bei dem man alles zusammenmischt und bäckt. Er verlangt ein kleines bisschen Handgeschick.
Der Kuchen ist wie ein riesiger Keks, aber wirklich hoch ( für ein Kekse) und gefüllt mit Creme oder Konfitüre. Das heißt, man muss irgendwie diese Füllung zwischen zwei Teigkreise bekommen.
Dafür werden zwei große Kreise vorbereitet: Einer kommt auf den Boden, dann kommt die Marmelade und obendrauf noch einmal ein Teigkreis.
Ich zeige euch unten im Rezept mit Fotos ganz genau, wie man das zubereitet.
Wie bei vielen alten traditionellen Kuchen aus Frankreich braucht man dafür eigentlich gar nicht viel Zubehör. Man kann den Teig fast komplett mit den Händen vorbereiten.
Der Teig wird mit ganz weicher Butter zubereitet, sodass man ihn mit einem Löffel rühren kann, und den Rest kann man dann einfach mit den Händen verteilen.
Für diesen Kuchen habe ich die Konfitüre selber gekocht. Selbstverständlich könnt ihr aber auch einfach ein ganz normales Glas Schwarzkirschkonfitüre nehmen und ein kleines bisschen Piment dazugeben, um das Ganze abzurunden. Das geht natürlich schneller.

Kalorien zählen wir morgen 😉
Auch wenn man den Kuchen nur ganz, halb oder geviertelt kaufen kann, heißt das lange nicht, dass man direkt eine ganze Hälfte allein essen sollte. 🙂
Der Kuchen ist schon ziemlich kalorienreich und man sollte ihn bewusst in kleinen Stückchen genießen.
Um diesem doch recht mächtigen Kuchen trotzdem ein bisschen Leichtigkeit zu geben, mag ich es, ein klein bisschen Zitronenschale oder Zitronenaroma in den Teig zu geben. Das gibt einfach den Eindruck, dass er ein bisschen leichter ist, als er in der Tat ist. 😉
Ich empfehle euch also: Wenn ihr den Kuchen wirklich mögt, aber nicht alles auf einmal essen könnt, schneidet ihn, wenn er fertig ist, wie auf dem Wochenmarkt in Hälften oder Viertel und friert diese kleinen Stücke einfach ein.
Ja, der Kuchen lässt sich super einfrieren und dann einfach bei Zimmertemperatur wieder auftauen.



Zutaten für einen baskischen Kuchen mit Piment d’Espelette und Schwarzkirschkonfitüre:
Hinweis zur Größe: Ich habe einen kleinen Gâteau Basque mit 18 cm Durchmesser gebacken, weil wir nur zu dritt zu Hause sind. Wenn ihr aber lieber eine größere Version möchtet, findet ihr unten auch die Zutaten für einen 24 cm großen Gâteau Basque, passend für die Ninfa-Backform z.B. Ihr habt also die Wahl, ob es bei euch einen kleinen oder einen großen Kuchen gibt. 🙂

Kleiner 18 cm Gateau basque:
Für den Kuchen: 100 g weiche Butter, 100 g Zucker, 150 g Mehl, 1 TL Backpulver, 5 Tropfen Zitronenaroma (oder 1 TL Zitronensaft), 1 Ei + 1 Eigelb, 30 g gemahlene Mandeln, 1/2TL Vanille, 1 Prise Salz.
Füllung: 175 g Schwarzkirschkonfitüre mit 1/2 TL Piment d’Espelette, oder 1 TL und mehr, je nach Geschmack.
Großer Gateau basque (24 cm Ninfa Backform oder Backring):
Für den Kuchen: 185 g Butter, 185 g Zucker, 278 g Mehl, 2 TL Backpulver
, 9 Tropfen Zitronenaroma, 2 Eier + 2 Eigelb, 60 g gemahlene Mandeln, 1 TL Vanille, Salz, 325 g Schwarzkirschkonfitüre, – Piment d’Espelette nach eure Geschmack.
Utensilien: 18 cm Quichering mit hohem Rand oder eine Ninfa Backform 24cm.
Meine Empfehlungen für dieses Rezept.
Die Produkte hier findest du in meinem eigenen Shop – ich nutze sie für Rezepte wie dieses. Noch mehr Ideen gibt’s in den Rubriken Baskenland / Pays basque, Spezialitäten aus Südwestfrankreich oder Frühstück. Viel Spaß beim Stöbern!
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1- In einer großen Schüssel die Butter mit dem Zucker und dem Vanillearoma mit einem Löffel oder Teigschaber cremig rühren.


2- Nun werden nacheinander die folgenden Zutaten in den Teig gegeben und jedes Mal gründlich verrührt: ein Ei und ein Eigelb, Zitronenaroma (oder Zitronensaft), gemahlene Mandeln, Mehl mit Backpulver und eine Prise Salz.
Das ergibt ca. 440 g Teig, der nun halbiert wird: zwei Kugeln à ca. 220 g.


3- Einen großen Teller, so groß wie eure Backform, mit Frischhaltefolie bedecken und die erste Kugel Teig darin ausbreiten. Die Ränder sollten ca. 1 cm hoch sein. Dieser Teigkreis kommt jetzt für 10 Minuten in den Kühlschrank oder Tiefkühlschrank.
Auf ein mit einer Backmatte belegtes Backblech kommt ein Tartering und darin wird die andere Hälfte des Teigs mit den Fingern ausgebreitet. Auch hier sollte der Rand ca. 1 cm hoch und ungefähr 1 cm dick sein.

4- Ich habe noch Konfitüre gekocht, aber ihr könnt auch direkt fertige Schwarzkirschkonfitüre nehmen und bis zu 2 TL Piment d’Espelette dazugeben. Ihr könnt eine Probe machen und mehr hinzufügen, falls es euch zu fade ist. Ich mag es nur als kleine Note und nicht zu scharf.

5- Die kalte Konfitüre auf dem unteren Teigboden verteilen. Achtung, dabei sollten die Ränder sauber bleiben.

6- Den zweiten Teigkreis aus dem Kühlschrank nehmen, von der Frischhaltefolie lösen und vorsichtig als Deckel auf die Konfitüre legen. Die Ränder mit den Fingern gut zusammendrücken.
Mit einem Messer ein kleines Loch in die Mitte des Kuchens machen, sodass der Dampf beim Backen entweichen kann, ohne dass der Kuchen platzt.
Den Kuchen mit Milch pinseln. Ich nehme kein Eigelb zum pinseln, weil den Kuchen oft zu dunkel wird.

7- Backen: Den Kuchen 45 Minuten bei 175–180 °C Umluft backen.
Den Kuchen abkühlen lassen und mit einem Messer entlang des Backring gehen um es zu lösen.





und dann vorsichtig den Ring nach oben ziehen.
Falls ihr den großen Kuchen in einer Backform backt, lasst ihn zuerst komplett abkühlen. So kann der Zucker wieder fest werden und kristallisieren und der Kuchen hält viel besser zusammen. Erst danach den Kuchen vorsichtig auf einen Servierteller stürzen.

Et voilà!

Wer kein Piment d ‚Espelette in die Konfitüre gegeben hat, kann jetzt sein Kuchen mit 2 EL Milch und Piment pinseln. So ergibt ein leichte Schärfe beim genießen!

Sooo lecker!

Gefällt euch der Kuchen? Gibt er euch Lust, ins Baskenland in den Urlaub zu fahren, oder bringt er vielleicht wieder schöne Urlaubserinnerungen und leckere Momente aus Südfrankreich zurück?
Jetzt müsst ihr mir nur noch sagen, welche Variante vom Gâteau Basque ihr am liebsten mögt: mit Vanillecreme oder mit Schwarzkirschkonfitüre?
Und schreibt mir gern in den Kommentaren, wo ihr den Piment d’Espelette lieber verwenden würdet: direkt in der Konfitüre oder würdet ihr euren Kuchen lieber scharf pinseln? 😉
Bon Appétit
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