Ich war einkaufen und bin dort auf eine ganze Theke voller Stachelbeeren gestoßen. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich verbinde Stachelbeeren sofort mit meiner Oma und meiner Mama.
Als kleines Mädchen habe ich sehr gern Beeren im Garten genascht, direkt vom Strauch. Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren waren dabei meine Favoriten. Aber meine Oma und Mama hatten ganz unten im Garten einen riesigen Busch mit wirklich großen Stacheln und diesen komischen runden, grünen und weißen Beeren. (Bei uns waren sie eher grün).

Sie versuchte immer, mich davon zu überzeugen, dass sie „sooo lecker“ wären. Aber ehrlich gesagt hatte ich sie einmal probiert, und sie waren einfach sauer, hatten eine dicke Haut und waren für meinen kindlichen Geschmack nicht gerade der Renner.
Meine Oma dagegen bereitete sehr gern eine einfache Stachelbeertarte daraus zu. Aber nicht die elegante Tarte, die ihr vielleicht aus einer französischen Pâtisserie kennt. Damals hatte meine Oma wirklich wenig Zeit zum Backen. Es sollte schnell gehen, praktisch sein, möglichst viel Obst verwenden und natürlich schmecken.
Es gab also einfach einen dünnen Mürbeteig, ein bisschen gemahlene Mandeln, manchmal auch nur etwas Mehl, wenn die Zeiten ein bisschen knapp waren, und ganz viele frische Stachelbeeren darauf. Kein Chichi und kein Schnickschnack.
Als kleines Mädchen mochte ich diese Tarte überhaupt nicht. Aber heute vermisse ich sie doch. Komisch, wie sich die Zeit verändert und man irgendwann nicht nur die Stachelbeertarte vermisst, sondern auch die Menschen.
Ich weiß also, dass dieses Rezept vielleicht nicht ganz eurer Vorstellung von einer eleganten „Tarte à la française“ entspricht. Aber für mich ist diese einfache Stachelbeertarte wie bei Oma ein echtes Stück Frankreich und Familie.
Ich hoffe, sie gefällt euch und gibt euch noch eine einfache Idee, wie ihr frische Stachelbeeren verarbeiten könnt. Falls ihr Stachelbeere mögt, habe ich hier ein Käsekuchen damit gebacken.

Zutaten für eine Stachelbeertarte:
18 cm Quichering für etwa 3 Personen
Tarteboden: 120 g Mehl T55 oder Typ 550, 60 g Butter, 1 Prise Salz, 30 g Zucker, 1 Eigelb, je nach Teig Textur noch 1 bis 3 EL Wasser. (bis den Teig gut zusammen hält)
Füllung: 250 g Stachelbeeren (ich habe 1 Packung genommen) , 70 g gemahlene Mandeln (je feiner desto besser) , 2-3 EL Zucker.
Utensilien: 18 cm Quichering, Nudelholz, Backperlen, Backmatte, Backblech
Hinweise: Das Rezept für den Tarteboden habe ich aus meinem Rezept für Galettes bretonnes übernommen und leicht angepasst. Bitte backt den Boden nicht zu hell. Er schmeckt viel besser, wenn er schön goldbraun und an den Rändern schon etwas dunkler gebacken ist.
Meine Empfehlungen für dieses Rezept.
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1- Den Tarteboden vorbereiten
Alle Zutaten für den Teig, außer das Wasser, in eine Schüssel geben und gut miteinander verkneten. Falls der Teig noch nicht richtig zusammenhält, nach und nach etwas Wasser dazugeben.
Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen. Ein Backblech mit einer Backmatte oder Backpapier belegen und einen 18 cm Quichering daraufstellen.
Ihr könnt die Stachelbeertarte aber auch in einer kleinen 20 cm Tarteform backen.Die Form mit dem Teig auslegen und den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Anschließend mit Backpapier bedecken und mit Backperlen beschweren.


2- Blindbacken: Den Tarteboden zunächst 10 Minuten bei 180 °C Umluft blindbacken. Danach das Backpapier und die Backperlen entfernen und den Boden weitere 8 bis 10 Minuten backen. Er darf dabei ruhig etwas Farbe bekommen.
Tipp: Den restlichen Teig habe ich dünn ausgerollt und daraus kleine Galettes, also Kekse, ausgestochen. Diese könnt ihr einfach auf demselben Backblech mit backen.

3- Die Stachelbeeren vorbereiten
Die Stachelbeeren waschen und gut abtropfen lassen. Ich schneide die kleinen Spitzen und Stielansätze immer vorsichtig mit einer Schere ab. Das dauert ein bisschen, aber später lässt sich die Tarte dadurch angenehmer essen.

4- Die Stachelbeertarte zusammensetzen
Die geputzten Stachelbeeren mit etwas Zucker vermischen. Die gemahlenen Mandeln gleichmäßig auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen. Danach die Stachelbeeren daraufgeben.
Die Früchte dürfen ruhig etwas höher liegen, denn beim Backen fallen sie zusammen und geben etwas Saft ab. Die gemahlenen Mandeln helfen dabei, einen Teil des Fruchtsafts aufzunehmen und den Mürbeteigboden knusprig zu halten.

5- Die Stachelbeertarte backen
Die einfache Stachelbeertarte wie bei Oma etwa 30 Minuten bei 180°C Umluft backen.
Je nach Backofen und Saftigkeit der Stachelbeeren kann die Backzeit etwa 5 Minuten länger sein. Die Tarte ist fertig, wenn die Früchte weich sind und der Rand schön goldbraun gebacken ist.

Et voilà!

Welche Erinnerungen habt ihr an Stachelbeeren? Schreibt sie mir gern unten in die Kommentare. Ich freue mich sehr, eure Geschichten zu lesen!
BISOUS
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