Kennt ihr den Vacherin Mont d’Or in seiner kleinen Holzkiste? Man findet ihn hier in Deutschland oft in gut sortierten Käseläden oder im Großhandel, und in Frankreich und in der Schweiz überall – aber für mich ist dieser Käse untrennbar mit meiner Kindheit verbunden.
Ich habe ihn kennengelernt, als ich noch ganz klein war, direkt vor Ort. Abends gingen wir mit meinen Eltern zum Molkerei, um frische Milch zu holen – mit einer kleinen Milchkanne in der Hand. Und im Winter konnte man dort auch Doppelte Sahne (Crème double) und einen wunderbar frischen, zarten Vacherin Mont d’Or bekommen.
Es war jedes Mal etwas ganz Besonderes. Der kleine Hofladen duftete nach Sahne, frischer Milch und gutem Käse aus dem Jura. Ich habe diese Atmosphäre geliebt – und vielleicht ist genau deshalb dieser Käse für mich bis heute etwas ganz Besonderes.
Lust auf mehr? Hier findest du einige meiner liebsten Küchenhelfer und Zutaten, die gut zu Rezepten dieser Art passen. Mehr Ideen gibt’s in den Rubriken Zutaten, Französische Gewürze oder Meine Bücher & Online-Kurse. Viel Spaß beim Stöbern!
Bienvenue - Willkommen bei mir: Französisch kochen und backen - Wenn die Gäste kommen, will man sich um sie kümmern und nicht mehr kochen.
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Knoblauch Pulver 100g - Knoblauch in Pulverform.
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Schwarzer Malabar Pfeffer 45g - Aromatisch, würzig und angenehm scharfe.
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Muskatnuss - 3 Stück- ca. 10g - 3 ganze Muskatnüsse zum Reiben.
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Rauchsalz - Sel fumé de Guérande 140g - Verleiht Speisen einen leicht geräucherten Geschmack wie Speck oder Käse.
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Gewürzmischung à la Sarladaise - Gewürzmischung aus dem Périgord.
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Zurück zum Rezept...
Wir gönnen uns den Vacherin Mont d’Or meist ein- oder zweimal in der Weihnachtszeit. Dieses Jahr ist sogar noch einer übrig geblieben – und genau daraus ist dieses Rezept für euch entstanden.
Ein Käse, der Respekt verdient
Der Vacherin Mont d’Or ist kein Käse, von dem man sich einfach kalt ein Stück abschneidet. Ooooooh nein – Sakrileg!
Dieser Käse will geehrt werden.
Ganz schlicht, ganz pur: gebacken mit einem guten Weißwein aus der Region, ein wenig Pfeffer und etwas Knoblauch. Nicht mehr – und nicht weniger.
Der Vacherin wird dabei fast wie ein Käsefondue in seiner eigenen Holzkiste zubereitet.
Aber Achtung: Hier gibt es einen wichtigen Unterschied! Er wird nicht mit Brot oder Baguette gegessen – oh non, grand malheur! – sondern traditionell mit groben Stücken gekochter Kartoffeln.
Ein Genuss für Käseliebhaber
Für mich ist dieses Gericht ein echtes Highlight für Käseliebhaber und Feinschmecker.
Der Geschmack ist zart, cremig, sahnig – nicht zu intensiv, aber unglaublich fein.
Und ja, wir sagen es ehrlich: Das ist eine Kalorienbombe 😉 Plant danach lieber ein leichtes Dessert ein – keine Buttercremetorte!
Ein einfaches Rezept – mit ein paar wichtigen Tipps
Das Rezept selbst ist (ihr werdet es sehen) sehr einfach.
Aber es gibt ein paar entscheidende Punkte, die ich euch unbedingt mitgeben möchte – aus jahrelanger Erfahrung und dem einen oder anderen misslungenen Versuch.
1) Den Käse rechtzeitig temperieren
Der Käse darf nicht direkt aus dem Kühlschrank in den Ofen. Ein 3 °C kalter Käse braucht deutlich länger zum Backen.
Nehmt den Vacherin mindestens 45 Minuten vorher aus dem Kühlschrank – am besten sogar am Morgen, wenn ihr ihn abends zubereiten möchtet.
2) Die richtige Weinauswahl
Bitte keinen süßen Weißwein verwenden. Ideal sind: ein Weißwein aus dem Jura, ein Riesling aus dem Elsass oder auch ein Chablis.
Diesen Wein könnt ihr später natürlich gut gekühlt zum Essen servieren.
3) Weniger Wein ist mehr
Ganz wichtig: Nicht zu viel Wein in den Käse geben!
Ich lese oft Rezepte mit 40, 50 oder sogar 60 ml Weißwein – das ist viel zu viel.
Der Käse wirkt kalt fest, aber beim Backen wird er sehr flüssig. Und dann klappt es nicht mehr mit dem Fondue Prinzip!
20–30 ml Weißwein reichen völlig aus. Beginnt lieber mit wenig Wein – nachgießen könnt ihr später immer noch.
4) Die richtige Backzeit
Bei einem temperierten Käse beträgt die Backzeit etwa 18–20 Minuten bei 180 °C.
Danach ist der Käse cremig, aber noch leicht strukturiert.
Wer möchte, kann ihn anschließend noch 5 Minuten bei 100 °C im Ofen ziehen lassen – so verbinden sich die Aromen besonders schön.
So wird serviert
Ganz rustikal und gemütlich: Der Käse kommt in seiner Holzkiste direkt auf den Tisch.
Wie beim Fondue taucht jeder mit der Gabel seine Kartoffelstücke in den cremigen Käse.
Einfach und Köstlich – ein Echter Familie und Freunde Speise.

Et voilà!
Wenn ihr Fragen habt oder etwas nicht geklappt hat, schreibt mir gern in die Kommentare – ich helfe euch sehr gerne weiter

Zutaten für 1 Vacherin Mont d’Or aus dem Backofen (für 2-3 Personen):

1 Vacherin Mont d’Or, 20-30 ml Weißwein, 1/2 TL Knoblauchpulver (1 klein zerdrückte Knoblauchzehe), schwarzer Pfeffer, 200-250 g Kartoffeln (festkochend) pro Personen, 1 EL Olivenöl, Pfeffer.
Hinweis: Der Vacherin Mont d’Or ist ein Käse mit AOP-Zertifizierung, die seine geschützte Herkunft garantiert. (bitte lest meinen Artikel über Le Terroir)
Kann man den Vacherin Mont d’Or einfrieren: JA!
Wie viel Käse brauche ich?
Ein Vacherin Mont d’Or mit 500 g reicht in der Regel für 2-3 Personen, wir essen es zur dritt zu Hause. Wenn ihr den 750g Käse nehmt, ist es gut für 3 Personen und den mit 1 kg macht problemlos 4 bis 5 Personen satt.
Den Käse mindestens 30–45 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen, damit er Zimmertemperatur annehmen kann.
Backofen vorheizen : Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
1- Kartoffeln vorbereiten
Die Kartoffeln waschen, in grobe Stücke schneiden und mit Olivenöl und Pfeffer mischen. Ich habe meine Kartoffeln im Air Fryer etwa 25 Minuten gegart.

Alternativ können sie auch im Backofen ca. 30 Minuten gebacken werden – idealerweise zeitgleich mit dem Käse.

2- Weinmischung vorbereiten
Weißwein mit Knoblauchpulver (oder Knoblauch) und etwas schwarzem Pfeffer verrühren.



3- Käse vorbereiten
Mit einem Messer die Oberfläche des Käses leicht einschneiden.
Dabei nicht nur ein Loch in der Mitte machen, sondern ein Loch in der Mitte und 4–5 kleine Löcher rundherum.


4- Wein hinzufügen
Den gewürzten Weißwein gleichmäßig in die Mitte und in die kleinen Einschnitte verteilen.

5- Backen
Den Vacherin Mont d’Or in seiner Holzkiste in den Backofen geben und 20 Minuten bei 180 °C backen. Wer Angst hat, dass der Käse von der Holzkiste läuft, kann ihn außen im Alupapier umwickeln oder auf einem Teller platzieren.

Et voilà!
Der Käse kann sofort serviert werden. Ich lasse ihn gern noch ein paar Minuten im ausgeschalteten Ofen ziehen, damit er besonders cremig und gleichmäßig wird.

Am Tisch einfach die Kartoffelstücke in den geschmolzenen Käse tauchen und genießen.

Ich wünsche euch viel Spaß und Bon Appetit mit diesem vorzüglichen Käse! Sagt mir gern Bescheid, wie ihr es euch geschmeckt hat und wo ihr den Käse gefunden habt.
BISOUS
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gutes käsefondue rezept
Liebe Aurelie, ich freue mich sehr über deine Rezepte, von denen ich schon einige ausprobiert habe. Aufgrund deiner hervorragenden Beschreibung der Herstellung hatte ich keine Probleme diese Köstlichkeiten zuzubereiten. Eines irritiert mich aber immer wieder: dein Vorschlag Knoblauchpulver zu verwenden. Ich bin der Meinung, dass dieses Pulver gar nicht mit dem Geschmack von frischem Knoblauch zu vergleichen ist und im Gegenteil jegliches Gericht unerwünscht verfälscht. Also entweder frischen Knoblauch oder lieber gar keinen. Vielleicht kennst du diesen unangenehmen Geruch von Pilzpfannen auf Weihnachtsmärkten oder Weinfesten. Da vergeht mir der Appetit. Vielleicht ein hartes Urteil, aber wie denkst du darüber?
Herzliche Grüße, ein sorgenfreies Jahr 2026 für dich und
deine Liebsten und die Erwartung weiterer leckere Rezepte
Angelika
Liebe Angelika,
vielen Dank für Ihre ausführliche und sehr ehrliche Rückmeldung – und natürlich für die guten Wünsche für 2026, die ich gern zurückgebe.
Ich verstehe sehr gut, was Sie meinen. Der unangenehme Geruch, den Sie beschreiben, kommt tatsächlich oft von Knoblauchpulver schlechter oder zu alter Qualität. Wenn Knoblauchpulver lange steht oder Feuchtigkeit in das Glas gelangt (was beim Kochen schnell passiert), können sich Aromen stark verändern – im schlimmsten Fall entwickeln sich sogar schimmelartige Noten, die dann genau diesen „Weihnachtsmarkt-Pilzpfannen-Geruch“ erzeugen.
Ich verwende Knoblauchpulver nur sehr bewusst und nur in absolut frischer Qualität. Frisches, gut gelagertes Knoblauchpulver hat ein klares, sauberes Aroma und keinen muffigen Beigeschmack. Der große Vorteil für mich ist, dass sich der Knoblauchgeschmack sehr gleichmäßig im Gericht verteilt. So vermeidet man genau das, was viele als unangenehm empfinden: auf ein Stück rohen oder gebratenen Knoblauch zu beißen.
Selbstverständlich liebe und verwende ich auch frischen Knoblauch – besonders dort, wo er präsent sein darf. Wenn ich aber ein Gericht fein, ausgewogen und dezent aromatisieren möchte, greife ich gern zu Knoblauchpulver, um keine Stücke im Mund zu haben.
Kurz gesagt:
Ja, ich mag Knoblauchpulver – wenn es frisch ist und richtig eingesetzt wird. Und nein, es ersetzt nicht immer frischen Knoblauch, sondern ergänzt ihn.
wir lieben den Vacherin Mont d’or schon seit ca 6 Jahren.
Kennengelernt haben wir ihn durch unseren lieben Käsefachmann Christophe (ein ganz lieber Franzose 🤗).
Jedes Jahr, kurz vor Weihnachten bestellt er immer 4 Vacherin Mont d’or für und.
Wir bereiten ihn genauso zu, wie du es beschrieben hast und freuen uns jedesmal wie die kleinen Kinder schon morgens darauf 😀
Am Sonntag Abend gab es ihn leider mit Baguette 🫣 ( Rezept dafür natürlich von dir), da ich vergessen hatte Kartoffeln zu kaufen.
Auch deine anderen Rezepte sind wunderbar .
Mein Mann und ich sind begeisterte Frankteich-Fans, nicht nur durch unseren Beruf (Chauffeur mit viel Frankreich Fahrten). Außerdem wohnen wir an der Grenze zum Elsass. Wissembourg ist ca 20 Minuten von uns entfernt
Ich war vor Weihnachten zwei Wochen in Frankreich zum Einkaufen. Wie immer waren die Augen größer als der Magen. Auch einen Vacherin Mont d’Or habe ich mir mitgebracht. Da ich noch so viele Einkäufe übrig habe, habe ich mit Begeisterung gelesen, dass ich den Vacherin einfrieren kann. So kann ich ihn später genießen. Darauf freue ich mich jetzt schon.
Hallo Aurélie,
erst einmal danke für Deine wunderbaren, alles umfassenden Rezepte für Süsses und Pikantes, was mich sehr begeistert. Ich freue mich besonders über den Vacherin Mont d’dor, den ich im Winter sehr geschätzt habe. Ich esse dazu nicht nur Kartoffelstücke, ist zu sättigend ! sondern kleine Apfelschnitze dazu, die leicht säuerlich sind. Es ist nicht so schwer im Magen; das mache ich auch beim Raclette. Ich lege die Apfelschnitze in die kleinen Pfännchen, gebe Zitronenpfeffer darüber und darauf den Käse, schmeckt uns wunderbar. Leider bekomme ich hier keinen Vacherin Mont d’or zu kaufen, obwohl hier ein sehr gut sortiertes Käsegeschäft ist, aber keinen Mont d’or
verkauft. Ich kenne ihn aus der Schweiz, wo ich viele Jahre gelebt habe. Liebe Grüße und weiter viel Erfolg von mir aus Kempen am Niederrhein, nahe Krefeld-Diuburg- Düsseldorf und den Niederlanden;
Super lecker und schnell gemacht, ideal für Überraschungsbesuch!😋