In den Wintermonaten brauchen wir alle ein bisschen mehr Vitamine und Omega-3 und 9 – und ganz ehrlich: Das ist für mich die perfekte Ausrede, ein „fast-gesundes“ Stück Kuchen zu backen.
Meine Idee war, aus einem klassischen Olivenölkuchen etwas Frisches und Leichtes zu machen.
Und auch wenn nicht alle Omega-3-Fettsäuren nach dem Backen erhalten bleiben, ist es doch eine Ausrede! 🙂 Der Trick dabei ist ganz einfach: Man aromatisiert das Olivenöl mit Kräutern oder Blüten, bevor man es im Teig verwendet. So bekommt der Kuchen eine feine, natürliche aromatisch – ganz ohne künstliche Aromen.
Für diese Version habe ich mich für Rosmarin entschieden. Er schmeckt wunderbar frisch, leicht mediterran und vor allem nicht seifig. Ich backe auch sehr gern mit Lavendel – das ist ebenfalls herrlich erfrischend, muss aber sparsam dosiert werden.

Für den Kuchen empfehle ich ein mildes, eher neutrales Olivenöl.
Besonders gut geeignet sind Sorten wie Grossane oder Aglandau, da sie weich und rund im Geschmack sind. Sehr kräftige Olivenöle wie Picholine können schnell dominant werden und überdecken die feinen Aromen von Kräutern oder Zitrone.
Die Kräuter können entweder kalt im Olivenöl ziehen (1 Tag bis 1 Woche) oder kurz erwärmt werden – so entfalten sich die Aromen schneller und intensiver.
Der Kuchen selbst ist bewusst nicht sehr süß gebacken. Seine Saftigkeit bekommt er durch einen feinen Zitronensirup, mit dem er nach dem Backen getränkt wird.
So ist die Süße perfekt ausbalanciert – leicht, aromatisch und überhaupt nicht schwer.

Dieser Olivenölkuchen schmeckt für mich nach Sommer, Provence und Sonne.
Ich könnte ihn wirklich jeden Tag genießen.

Zutaten für einen Olivenölkuchen

Kuchen: 3 Eier (Größe M), 150 g Zucker, 175 g Weizenmehl Type 405, 1 TL Backpulver, 100 g Olivenöl, 2 EL frischer Rosmarin (fein gehackt), 100 g griechischer Naturjoghurt, 10 g Butter (kalt).
Sirup: 100 ml Wasser, 3 EL Zitronensaft, 80–90 g Puderzucker.
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1- Rosmarinöl aromatisieren
Den frischen Rosmarin fein hacken und mit dem Olivenöl mischen.
Die Mischung kurz erwärmen – entweder im Wasserbad, in der Mikrowelle oder vorsichtig in einem kleinen Topf. Das Öl darf warm werden, aber nicht kochen. Anschließend 5 Minuten ziehen lassen.
Extra-Tipp:
Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr das Öl auch 1 Tag bis 1 Woche kalt ziehen lassen. So entfalten sich die Aromen noch intensiver.

2- Teig vorbereiten
Eier und Zucker in eine große Schüssel geben und mehrere Minuten aufschlagen, bis die Masse hellgelb und deutlich voluminöser ist. Joghurt hinzufügen und kurz unterrühren.
Das aromatisierte Olivenöl durch ein Sieb gießen, um den Rosmarin zu entfernen, und anschließend zum Teig geben. Alles gut verrühren.



3- Trockene Zutaten einarbeiten
Mehl und Backpulver mischen (wer mag, kann es sieben) und vorsichtig unter den Teig rühren, bis eine homogene Masse entsteht.

4- Backform vorbereiten
Den Teig in eine Kastenform füllen. Ich verwende eine Silikonform.
Falls ihr eine Metallform benutzt, diese bitte vorher gut buttern und mehlen, damit sich der Kuchen später problemlos lösen lässt.

5- Butter-Trick für eine schöne Form
Die kalte Butter zu einer dünnen, ca. 25 cm langen Rolle formen (wie Knete).
Diese Butterrolle mittig auf den Teig legen.
Das ist mein kleiner Konditor-Trick: So bekommt der Kuchen eine schöne, gleichmäßige Öffnung und bleibt besonders saftig.

6- Backen
Den Kuchen 45 Minuten bei 180 °C Umluft backen.
Tipp: Eine kleine Schüssel mit Wasser auf den Boden des Backofens stellen – das sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit.
7- Sirup zubereiten
Alle Zutaten für den Sirup (Wasser, Zitronensaft, Puderzucker) gut verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

8- Kuchen tränken
Den Kuchen nach dem Backen kurz in der Form abkühlen lassen.
Dann den Sirup gleichmäßig über den Kuchen gießen, solange er noch in der Form ist. Er wird quasi in den Sirup schwimmen!
Jetzt den Kuchen vollständig abkühlen lassen. Wenn möglich, anschließend im Kühlschrank durchziehen lassen.
In diesem Stadium kann der Kuchen problemlos eingefroren werden.


9- Servieren
Den vollständig abgekühlten Kuchen aus der Form nehmen.

Nach Wunsch pur genießen oder zusätzlich mit einer Glasur verfeinern.

Tipps & Variationen
Das Grundrezept eignet sich auch perfekt für Lavendel, Rose, Thymian, Basilikum, Zitrone oder Orange.
Die gewünschten Kräuter oder Zesten immer zuerst im Olivenöl aromatisieren (kalt ziehen lassen oder kurz erwärmen).
Zum Einfrieren:
Ich schneide den Kuchen vor dem Einfrieren in Scheiben. So kann ich später genau die Menge auftauen, die ich brauche, ohne den ganzen Kuchen aufzutauen.

Dieser Olivenölkuchen ist für mich der beste Beweis, dass Genuss und gute Zutaten wunderbar zusammenpassen.
Er ist saftig, aromatisch und bringt mit Rosmarin und Zitrone ein kleines Stück Provence in die Küche – selbst mitten im Winter.
Ein unkompliziertes Rezept, das man ohne schlechtes Gewissen genießen kann, ob zum Kaffee, als Dessert oder einfach zwischendurch.
Probiert ihn unbedingt aus und sagt mir gern, mit welchen Kräutern oder Aromen ihr ihn variiert habt.
À bientôt
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